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So schaffst Du Deine guten Vorsätze

Jeder Dritte nimmt am Jahresende über die Feiertage fünf Kilo zu – krass, aber leider die Wahrheit. Kein Wunder also, dass die Fitness Studios im Januar von massenhaft Verzweifelten mit schlechtem Gewissen und guten Vorsätzen überrannt werden. Und die Kassen klingeln: Im Januar werden im Durchschnitt mehr als 35 Prozent aller Neumitgliedschaften in einem Fitness Studio abgeschlossen. Ein paar Wochen später herrscht wieder gähnende Leere, obwohl meistens Jahresverträge abgeschlossen werden.

Eine Schnecke auf einem Dartspfeil zeigt, dass Du nur mit Geduld und klarem Ziel vor Augen.

In aller Ruhe, aber zielgerichtet: So bewahrst Du Deine Vorsätze.


Insgesamt findet die ganze Geschichte Jahr für Jahr ein frustrierendes Ende: Die wenigsten halten durch oder erreichen Ihre Ziele. Die Pfunde ist keiner losgeworden, dafür aber jede Menge Euros, denn mit der Verzweiflung und Hilflosigkeit der Leute wird ordentlich Kasse gemacht. Warum ist das so? Muss das so laufen? Hier enttarne ich für Dich die typischen Fallen in die „Gute Vorsätze Sportler“ tappen, damit Du zukünftig nicht mehr zu denen gehörst, die an Ihren Neujahrsvorsätzen scheitern. Et voilà – Hier sind sie:

1. Die „Viel hilft viel“ Falle

Ich beobachte das Dilemma schon seit Jahren und stelle immer wieder fest: Gerade Einsteiger oder Wiedereinsteiger neigen dazu, sich beim Start ins Training hoffnungslos zu überfordern. Jahrelang wurde gar kein Sport gemacht und jetzt müssen es gleich die krassesten Hardcore Workouts sein.

Jeden Tag wird verbissen trainiert, nur die härtesten Workouts und am besten stundenlang. An eine Situation erinnere ich mich noch ganz genau: Eine Kursteilnehmerin mit Übergewicht sprach mich vor dem Kurs an: Sie habe eben schon drei Kurse gemacht und wolle jetzt noch meinen Kurs machen, aber ohne Sprünge, da sie in beiden Fußballen Blutergüsse von den Kursen am Vortag habe. Blutergüsse vom Springen in den Fußballen! Warum springt eine übergewichtige Einsteigerin drei Stunden lang im Fitness Studio herum? Die Dame habe ich dann freundlich nach Hause geschickt. In meinem Artikel über den Trainingseinstieg bei Übergewicht kannst Du bei Bedarf mehr zu dem Thema lesen. Übereifrige Übertreibung führt ganz sicher am Ziel vorbei. Dein Training sollte, was Volumen und Intensität angeht, optimal an Dein Fitnesslevel angepasst sein. Von Null auf Hundert ist der falsche Weg. Genauso wie Crash Diäten Dich letztendlich nur dick machen, wird Hardcore Training einem untrainierten Körper nur schaden. Werde Dir dieser Falle bewusst und reihe Dich nicht ein in die Gruppe der übertrieben Ehrgeizigen, sondern sei vernünftig und trainiere clever. Gestalte ein für Dich und Dein Fitnesslevel sinnvolles Programm und halte Dich daran. Viel hilft viel? So klappt es mit dem guten Vorsatz nicht.

2. Die Ungeduldsfalle

Die zweite fatale Falle, in die die meisten beim Umsetzen ihrer Neujahrsvorsätze treten, ist die Ungeduldsfalle. „Jetzt trainiere ich schon seit einer Woche und hab immer noch nicht abgenommen!“ So etwas oder Ähnliches hört man als Trainer fast jeden Tag. Keiner will mehr warten. Fitness – aber bitte sofort!

Die Werbung nutzt diese Ungeduld natürlich perfekt aus und verspricht immer mehr Trainingseffekt in immer kürzerer Zeit. Da wird sich immer weiter überboten mit schnellen, verführerischen Scheinlösungen, deren Grundaussage immer dieselbe ist: Du musst ganz wenig tun und siehst trotzdem turboschnell durchtrainiert aus. Ja, klar. Bestimmt. Mach Dir eines bewusst: Durchtrainiert wirst Du nur durch Training, deshalb heißt es „durchtrainiert“. Also freunde Dich mit dem Gedanken an wirklich aktiv zu werden und hör nicht auf Leute, die behaupten, es ginge auch ohne. Training ist keine lästige Pflicht, die man möglichst vermeiden möchte. Das richtige Training fordert Dich heraus ohne Dich zu überfordern. Das richtige Training macht Spaß und tut Dir gut. Also hab Geduld, Dein Körper braucht Zeit sich an die neue Belastung zu gewöhnen. Nur so ist das Training gesund und wird auch funktionieren.

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3. Die Profi Falle

Was mir während meiner Arbeit als Trainerin immer wieder auffällt: Immer weniger Menschen sind in der Lage, ihre körperlichen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen. Immer wenn es im Training heißt: „Das hier ist die fortgeschrittene Variante…“ oder „ Profis machen diese Option…“, kämpfen sich jede Menge Einsteiger mit schlechter Ausführung in Übungsvarianten ab, die noch völlig ungeeignet für sie sind.

Keiner will „der Anfänger“ sein – als Einsteiger-Kurse ausgewiesene Trainings sind grundsätzlich leer. Aber wo liegt eigentlich das Problem? Jeder hat doch irgendwann mal angefangen. Da vermischen sich Wunschdenken, überzogene Ansprüche an sich selbst, ungesunde Vergleiche mit anderen und Unzufriedenheit. Als Ergebnis kommt eine völlig verzerrte Selbsteinschätzung heraus, die mit der Realität nichts zu tun hat. Dieser Falle kannst Du ganz einfach entgehen, in dem Du Dich auf Fakten verlässt. Mach einen Fitness Test, der Dir eine genaue Übersicht gibt, wo Du zur Zeit stehst mit Deiner Fitness für sämtliche Bereiche: Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Koordination. Nachdem Du weißt wo Du stehst, kannst Du Deine Ziele definieren und es kann losgehen. Womit wir beim nächsten Thema wären…

4. Die Umweg Falle

Wenn man die „Gute Vorsätze Sportler“ fragt, was genau sie erreichen möchten, kommen meistens solche Antworten wie „Fit werden!“, oder „Mehr Sport treiben!“, … aha.
Mach folgendes Experiment: Steig in ein Taxi und sag „Kann looooosgehen!“, dann warte ab und beobachte, was passiert. Wirst Du an Deinem Ziel ankommen? Vermutlich nicht. Wäre es nicht besser zu sagen „Fahren sie bitte auf dem kürzesten Weg zur Kreuzgasse 4. Danke!“ Oder noch besser: Du fährst selbst und sparst Dir die Taxikosten. Ohne Ziel treibst Du umher wie ein Floß ohne Ruder. Genauso wird dann auch trainiert: komplett planlos. Ein bisschen dies, ein wenig das, oder doch lieber jenes? Definier Dein Ziel, nimm die Peilung auf und dann fahr auf direktem Weg dorthin – ohne Umweg. Nur wenn Dir klar ist, wo genau Du hinwillst, trainierst Du auch erfolgreich. Warum? Ein klar definiertes Ziel erzeugt ein Bild in Deinem Kopf und das ist es, was Dich immer wieder antreibt. Deine Motivation bleibt hoch, vor allem wenn Du feststellst, dass Du diesem Ziel immer näher kommst, also Zwischenziele erreichst. Erst ein Ziel gibt Deinem Training einen Sinn. Also nimm Dir Zeit nachzudenken, was Du eigentlich erreichen möchtest. Dann prüf Dein Ziel auf folgende Eigenschaften: Ist es spezifisch? Ziele müssen eindeutig, so präzise wie möglich sein. „Abnehmen“ reicht nicht. Ist es messbar? Ziele müssen messbar sein. Ist es realistisch? Ziele müssen möglich und erreichbar sein. Und als letztes frag Dich, bis wann Du das Ziel erreicht haben willst. Zu jedem Ziel gehört eine klare Fristvorgabe, zum Beispiel „In 10 Wochen will ich 5 kg Körperfett reduzieren.“

In diesem Sinne wünsch ich Dir viel Spaß beim Training und viel Erfolg beim Umsetzen Deiner Ziele im neuen Jahr!

Ich will meine Vorsätze in die Tat umsetzen!

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Carolin Hobler
  • Carolin ist Sport-und Fitnessexpertin bei Gymondo. Ihre Texte drehen sich um Themen und Fragen, die ihr als lizensierte Trainerin, Presenterin und Referentin für Aus- und Fortbildungen im Bereich Fitness und Groupfitness immer wieder begegnen.

Kommentare

  1. Susanne Ludwig

    Super Text 🙂 klingt 100%tig verständlich 🙂 Und trifft es auf dem Punkt 🙂

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