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Flexitarismus – Mehr als Wochenend-Vegetarier

Auf der Welt gibt es immer mehr Vegetarier und auch in Deutschland wird der Fleischverzicht immer beliebter. Ein relativ neuer Trend ist der Flexitarismus: Flexitarier essen bewusst weniger Fleisch, ohne komplett darauf zu verzichten. In diesem Artikel erkläre ich Dir, wie flexitarische und vegetarische Ernährung funktioniert und welche verschiedenen Formen es gibt.
Hund und Katze vor Tellern mit Gemüse und Fleisch

Beim Flexitarismus geht es um bewusste Entscheidungen – was diese beiden Zeitgenossen eher weniger interessiert.

Der Vegetarierbund Deutschland geht davon aus, dass in Deutschland jeder Zehnte vegetarisch und jeder Hunderte vegan lebt – andere Studien kommen auf geringere Werte. Doch nicht nur über die Anzahl der Vegetarier herrscht Uneinigkeit, es gibt auch verschiedene Definitionen und Grade.

Die Ernährungstypen im Überblick

  • Omnivore oder Allesfresser – Hier ist der Name Programm. Die sogenannten „Mischköstler“ essen alles, was auf den Tisch kommt. Sie schränken ihre Ernährung nicht ein und essen auch Lebensmittel, die mal einen Namen hatten.
  • Vegetarier – Vegetarier verzichten auf Fleisch und Fisch, das ist bekannt. Es gibt aber noch zwei Untergruppen: Ovo-Vegetarier verzichten zusätzlich auf Milch, essen aber Eier. Bei Lacto-Vegetarier ist es genau andersherum – Sie verzichten auf Eier, Milch nehmen sie jedoch zu sich.
  • Veganer – Hier geht es noch strenger zu. Veganer verzichten auf alle tierischen Produkte: Fleisch, Fisch, Milchprodukte sowie Eier und Honig sind hier verboten. Oft bezieht sich Veganismus auch auf die Lebensweise. Dann werden alle Produkte tierischen Ursprungs wie Leder, Federbetten und Pelze gemieden.
  • Flexitarier – Sie schließen nicht unbedingt ein bestimmtes Lebensmittel aus ihrer Ernährung aus. Es geht ihnen um eine generell gesunde Ernährung. Der Fleischkonsum wird reduziert, um negative Folgen auf die eigene Gesundheit, die Umwelt und Umwelt zu vermeiden.
  • Pescetarier – Bei dieser Ernährungsweise wird auf Fleisch verzichtet. Fisch, Eier, Milch und Honig werden aber gegessen.

Flexitarier

Flexitarier werden oft als Teilzeitvegetarier bezeichnet, denn sie ernähren sich flexibel. Man nennt sie auch Fleischessende-Vegetarier, Semi-Vegetarier, Wochenend-Vegetarier oder Fast-Vegetarier. Sie schränken ihren Fleischkonsum bewusst ein, wollen aber nicht zu 100 Prozent enthaltsam leben oder sich etwas verbieten. An manchen Tagen wird Fleisch gegessen, an anderen nicht. An drei oder mehr Tagen in der Woche verzichten sie komplett auf Fleisch. Eine genaue Definition, wie oft ein Flexitarier Fleisch verzehren darf, gibt es aber nicht. Es gibt auch nicht „den typischen Flexitarier“, denn jeder lebt sein Flexitariertum anders aus. Obwohl es keine eindeutigen Verbote gibt, übernehmen Flexitarier manche Ernährungsgewohnheiten von Vegetariern und Veganern. Hintergrund für diese Ernährungsform ist meist die eigene Gesundheit.
Flexitariern geht es aber auch um die Qualität der Lebensmittel, die auf ihrem Teller landen. Sie achten zum Beispiel sehr genau darauf, wo ihre Lebensmittel herkommen. Deshalb sind sie häufig in Bio-Märkten oder auf dem Wochenmarkt anzutreffen. Fleisch, das billig produziert wurde, landet nicht in ihrem Einkaufswagen. Stattdessen gibt es hochwertiges Fleisch in kleineren Mengen und andere Produkte von guter Qualität. Flexitarier sind oft nicht so dogmatisch wie Vollzeit-Vegetarier. Trotzdem setzen sich viele auch für Umweltschutz, Überfischung der Meere und artgerechte Tierhaltung ein.

Positive Aspekte des Flexitarismus

Eine Scheibe Schinken mit der Weltkarte drauf.

Wurst ist ein echter Klimakiller.


Vorteile des Flexitarismus

  • Gut für Deine Gesundheit
  • Beugt vielen Erkrankungen vor
  • Positive Auswirkung auf die Umwelt
  • Förderung nachhaltiger Landwirtschaft
  • Gesünderer Lifestyle
  • Verminderung von Massentierhaltung

Der wachsende Fleischkonsum der Menschen belastet unseren Planeten zunehmend. Denn die Erzeugung von Fleisch verbraucht viel Energie und Unmengen an Ressourcen – zu Lasten von Klima und Umwelt. Bei der Produktion von Fleisch werden deutlich mehr Treibhausgase freigesetzt als bei pflanzlichen Lebensmitteln. Gleichzeitig entstehen sogenannte Veredlungsverluste: Nahrungsmittel, die Menschen ernähren könnten, werden an Tiere verfüttert. Das Problem: Tierisches Fleisch hat am Ende deutlich weniger Nährwert als sein Futter. Um ein Kilo Fleisch herzustellen, werden etwa zwölf Kilo Sojaschrot benötigt. Dabei gibt es in vielen Teilen der Welt immer noch Mangelernährung und Hunger.
Die Bio-Fleisch-Produktion setzt dagegen auf eine umweltfreundliche Landwirtschaft. Antibiotika werden nur begrenzt eingesetzt und künstliche Pflanzenschutzmittel sind ganz verboten. Auch für die Gesundheit sind Bio-Produkte eine gute Sache, denn auch Dein Körper bleibt von der Chemiekeule verschont. Nicht zuletzt ermöglicht biologischer Landanbau eine artgerechtere Tierhaltung als die Massenhaltung der Billig-Anbieter.

Flexitarier in der Kritik

Flexitariern wird oft vorgeworfen, sich nur als solche zu bezeichnen, um ihr Gewissen zu beruhigen. Als Schönwetter-Vegetarier würden sie sich mit der Bezeichnung brüsten ohne den eigenen Fleischkonsum dauerhaft zu verändern. Dabei ist fragwürdig, ob das, was hierzulande als normaler Fleischkonsum angesehen wird, überhaupt noch gesund und vernünftig ist.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt pro Woche maximal 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurstwaren aufzunehmen – so gesehen ernähren sich Flexitarier einfach nur gesund und ausgewogen. Bis vor wenigen Jahren ist der Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch- und Wurstwaren trotzdem stetig gestiegen. Für viele Menschen gehören mehrere Portionen Fleisch am Tag einfach dazu – ein Vielfaches der empfohlenen Menge.
Der Flexitarismus stößt seit Jahren auf immer mehr Verständnis. Dennoch haben es Flexitarier nicht immer leicht, denn sie stehen von zwei Seiten unter Beschuss. Auf der einen Seite stehen strikte Vegetarier und Veganer, die dem Flexitarier-Lifestyle Inkonsequenz und Heuchlerei vorwerfen. Auf der anderen Seite gibt es viele ebenfalls verständnislose Fleischesser, die in ihrem täglichen Fleischkonsum nichts schlimmes sehen und ihn verteidigen. Manche sehen Aktionen wie den Veggie-Day, an dem Kantinen einen Tag lang vegetarisch kochen, sogar als Einschränkung ihrer Menschenrechte.

Gesundheitliche Auswirkungen fleischarmer Ernährung

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Eine Ernährung mit wenigen oder keinen tierischen Produkte wirkt sich natürlich auch auf Deinen Körper und Deine Gesundheit aus. Du bist, was Du isst – darum ist auch das Risiko für viele Erkrankungen von Deinem Speiseplan abhängig. Gleich vorweg: Die Auswirkungen von fleischarmer Ernährung sind überwiegend positiv. Nicht umsonst empfiehlt die DGE nur gemäßigten Verzehr von Fleisch- und Wurstwaren. Viele Zivilisationskrankheiten entstehen durch eine ungesunde und unausgewogene Ernährung.

Mit pauschalen Aussagen wie „Vegetarier/Flexitarier leben grundsätzlich gesünder“ sollte man aber vorsichtig sein. Denn das liegt auch daran, dass sie sich in der Regel mehr um eine gesunde Ernährung kümmern.

Ein erhöhter Konsum von Fleisch kann zu einem erhöhten Risiko für Dickdarmkrebs und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems führen. Viele Studien zeigen, dass Vegetarier seltener an Diabetes und Bluthochdruck leiden. Das hängt damit zusammen, dass Vegetarier vermehrt Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte verzehren – denn viele Menschen ernähren sich aus gesundheitlichen Gründen vegetarisch oder flexitarisch. Der erhöhte Konsum von Ballaststoffen und der niedrigere BMI senken das Risiko. Auch Krebs tritt bei einer vegetarischen Kostform seltener auf.

Zudem erhöht Übergewicht ebenfalls das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck und Gicht. Vegetarier haben im Durchschnitt ein geringeres Gewicht. Ein Grund dafür ist, dass die vegetarische Kost mehr Ballaststoffe und komplexe Kohlenhydrate enthält und der Fettanteil geringer ist. Gicht ist eine Erkrankung, die durch Vegetarismus therapiert wird, denn die fleischfreie Ernährung bekämpft Gelenkentzündungen und Ablagerungen. Bei rheumatoider Arthritis führt Fleischverzicht ebenfalls zur Besserung der Symptome. Da Flexitarismus überwiegend aus gesundheitlichen Gründen gemacht wird, entspricht meist die gesamte Ernährung einer gesunden. Deswegen haben auch sie bessere Chancen, von den Leiden der zahlreichen Zivilisationskrankheiten verschont zu bleiben.

Obst, Gemüse und tierische Produkte versammelt in und um einen Korb herum

Eine ausgewogene Ernährung ist immer wichtig – egal wie viel Fleisch Du isst.

Mangelernährung

Häufig wird der fleischlosen Ernährungsweise vorgeworfen, dass sie eine ausreichende Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen nicht sichern kann. Gemeint sind hier vor allem Proteine, Eisen und Jod. Vegetarier erreichen aber bei den meisten Nährstoffen die empfohlene Mindestverzehrmenge ohne Probleme. Daher müssen sich Flexitarier keine Sorgen machen, dass sie in irgendeiner Weise unterversorgt sind – schließlich essen sie ja regelmäßig Fleisch. Egal ob Vegetarier, Flexitarier oder Allesesser ist aber generell darauf zu achten, dass kritische Nährstoffe wie Vitamin D, Calcium, Jod und Eisen ausreichend aufgenommen werden.

Fazit

Eine ausgewogene Ernährung hängt nicht nur von der Fleischmenge ab. Wichtig ist vor allem ein vielseitiger Speiseplan mit Obst und viel Gemüse. In Vollkornprodukten, Reis und Kartoffeln sind ebenfalls viele Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe enthalten, deshalb gehören auch sie täglich auf Deinen Teller. Um Fertigprodukte und stark verarbeitete Lebensmittel solltest Du dagegen einen großen Bogen machen. Sie enthalten zu viel Fett, einfache Kohlenhydrate und chemische Zusatzstoffe. Flexitarismus und Vegetarismus können sich ganz klar positiv auf Deine Gesundheit auswirken – wenn Du auch den Rest Deiner Ernährung vielseitig und gesund gestaltest.

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Kommentare

  1. Janine

    Danke für diesen Artikel, der sich nicht der üblichen Vorurteile bedient und einen wunderbaren Überblick über den Vegetarismus liefert.

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