GYMONDO Magazin

Mindfulness – Interview mit Lea Vogel

Mindfulness, Achtsamkeit, Meditation… Immer mehr Menschen öffnen sich für dieses Themenfeld, was zu mehr Entspannung, Wohlbefinden und Glück beitragen soll. In ihrem neuen Mindfulness Programm auf Gymondo nimmt Lea dich Schritt für Schritt mit in die Welt der Achtsamkeit. Ich habe Lea Vogel, Coach und Achtsamkeits-Trainerin zu ihrem Herzensthema befragt.  

Achtsamkeitscoach Lea
Coach und Achtsamkeitstrainerin Lea

Wie genau sieht dein Beruf aus und wie bist du dazu gekommen? 

„Mein Beruf baut grundsätzlich auf zwei eng miteinander verknüpften Säulen auf. Ich bin Coach und Achtsamkeitstrainerin.  

In meinen Coachings arbeite ich in 1:1 Sessions mit meinen Klienten zusammen und unterstütze sie dabei alte Muster zu durchbrechen, die sie davon abhalten glücklich zu sein. Ich gebe sowohl private Coachings als auch Workshops in Unternehmen, sowohl für die Mitarbeiter als auch für Führungskräfte. 

Das Ganze steht immer unter dem großen Thema Achtsamkeit. Um Muster erkennen zu können müssen wir achtsam sein und erst mal wahrnehmen was genau in verschiedenen Situationen mit uns passiert. Nur dann können wir wahrnehmen, wann wir uns im Autopiloten befinden und auf bestimmte Art und Weise auf Situationen oder Menschen reagieren. Achtsamkeit ist somit die Basis für meine gesamte Arbeit.  

Ich selbst bin zu diesem Feld zum einen durch Interesse und zum anderen durch eigenen Leidensdruck gekommen. Da ich festgestellt habe, welch enormen Unterschied es in meinem Leben gemacht, ist es nun mein großes Anliegen, viele Menschen mit dem Thema Achtsamkeit in Kontakt zu bringen, ohne den Leidensweg erfahren zu müssen.“ 

Was bedeutet für Dich Achtsamkeit?

„Achtsamkeit bedeutet, in jedem Moment mitzubekommen, was in uns passiert und uns nicht von dem bestimmen zu lassen was wir empfinden. Achtsamkeit heißt für mich Freiheit.

Wenn ich beispielsweise merke, wie Wut oder Trauer in mir aufkommt, dann hilft mir Achtsamkeit dabei, dies bewusst wahrzunehmen. In dem Moment wo ich die Emotionen wahrnehme, kann ich aber selbst entscheiden, wie ich darauf reagieren möchte. Es bedeutet, mich nicht von dem vorherrschenden Gefühl dominieren zu lassen. Ich kann erkennen, dass ich nicht diese Angst oder Wut bin, sondern dass die Angst einfach ein Gefühl ist, was momentan da ist, aber nicht meine Reaktion bestimmt und dazu führt, dass ich z.B. handlungsunfähig oder trotzig werde. Achtsamkeit zu praktizieren heißt den Geist zu trainieren und einen inneren Beobachter auszubilden.“ 

Was bringt mir Achtsamkeit? 

„Viele Menschen haben eine falsche Vorstellung von Achtsamkeit und glauben sie müssten sich in einen Zen-artigen Zustand versetzen, um achtsam zu sein. Dabei kann man Achtsamkeit in jeder beliebigen Situation praktizieren, z.B. in der U-Bahn, beim Spaziergang, auch am Schreibtisch und beim Erledigen von Aufgaben, Hausputz etc..  

Im Prinzip ist es ausreichend wenn du einfach beobachtest was grade in dem Moment passiert und dies nicht bewertest.  

Inzwischen gibt es viele Studien zum Thema Achtsamkeit, u.a. vom Max-Planck-Institut in Berlin, die nachweisen konnten: Wer regelmäßig meditiert, der baut sein Gehirnareal aus, welches für die Produktion des Glückshormons Serotonin verantwortlich ist.

Meditation schult dich in Achtsamkeit
Meditation hilft den inneren Beobachter auszubilden

Unser Gehirn lässt sich also ähnlich trainieren wie ein Muskel. Je öfter wir Achtsamkeit üben, umso besser werden wir in diesem Bereich. Durch Achtsamkeit können wir also auf ganz natürliche Art unser Glück trainieren. Hierfür brauchen wir kein Antidepressivum oder Schokolade, sondern lediglich ein bisschen mehr Achtsamkeit. So werden wir insgesamt balancierter und ausgeglichener, was uns auch hilft einen besseren Umgang mit Stress zu lernen. Der wichtigste Punkt ist in meinen Augen jedoch die innere Freiheit die wir erlangen, wenn wir uns von unseren Emotionen und Gedanken distanzieren und eine Beobachterhaltung einnehmen. 

  • Mehr Glück 
  • Weniger Stress 
  • Fokus 
  • Innere Balance 
  • Beobachter der eigenen Gedanken und Gefühle 
  • Emotionale Intelligenz (zu merken, was brauche ich, aber auch was braucht eine andere Person in der jeweiligen Situation. Differenzieren zu können ist das mein Stress oder der Stress der anderen Person) 
  • Freiheit 

Es ist ganz einfach.“

Lea und Judith meditieren im Schneidersitz
Lea und Judith meditieren

Wie oft sollte ich meine Achtsamkeit trainieren/meditieren? 

„Schon 5 Minuten täglich reichen aus, um positive Effekte zu erhalten. Zu Beginn empfehle ich wirklich sehr kurze Einheiten von 2-5 Minuten täglich. Die ersten Wochen gilt es zu überbrücken, aber spätestens nach 6 Wochen spürt man einen deutlichen Nutzen. Grundsätzlich gilt: Lieber regelmäßig kürzer als unregelmäßig lang.“  

Wie schaffe ich es, die Anfangsphase durchzuhalten? 

„Es bedarf einer aktiven Entscheidung von Dir selbst. Mach es einfach und sage dir einfach immer wieder: Ich weiß nicht, ob es funktioniert, aber ich bin es mir wert, dass mal auszuprobieren.

Die Untersuchungen sprechen eindeutig für sich und ich bin noch keinem Menschen begegnet, dem Achtsamkeit geschadet hat. Zu Beginn sind es kleine Dinge die sich verändern. Der Schlaf wird erholsamer oder die starken Verspannungen weniger. Hilfreich ist es auch, wenn du dir einen festen Zeitpunkt, z. B. morgens nach dem Aufstehen oder abends vor dem Schlafengehen festlegst und einen gleichbleibenden Ort hast, wo du dich 3-5 Minuten hinsetzen und beobachten kannst.  

Außerdem ist es gut sich einen Timer zu stellen, um nicht darüber nachdenken zu müssen wann du fertig bist. Geführte Meditationen sind zwar meist länger, jedoch zu Beginn auch einfacher als eine stille Meditation.“

Wie integrierst du die Themen Achtsamkeit und Meditation in dein Leben? 

Lea meditiert im Sitz
Meditieren für mehr Achtsamkeit

„Das hab ich natürlich nicht von heute auf morgen so für mich etabliert, sondern das kam nach und nach in mein Leben. Das würde ich auch jedem empfehlen: Lieber kleine Schritte als gleich täglich 30 Minuten meditieren zu wollen 

Mit der Zeit habe ich gemerkt, wie viel besser es mir geht, wenn ich diese Themen in mein Leben lasse und regelmäßig meditiere. Dadurch fällt es mir inzwischen leicht, regelmäßig dranzubleiben. Doch auch ich habe Tage, vor allem wenn ich früh raus muss, wo ich absolut keine Lust habe mich hinzusetzen und zu meditieren. Dann erinnere ich mich an die Stimme meines Meditationslehrers, der einmal zu mir sagte: Es muss nicht immer Spaß machen – du musst es einfach nur machen!

Und meist bin ich schon nach den ersten 20 Sekunden froh es gemacht zu haben 🙂 . Ich gebe mir selbst ein Commitment (Versprechen), mir täglich meine Zeit zu nehmen. Dabei hilft es mir in meiner Wohnung kleine Reminder zu haben, in meinem Fall ist es ein Mini Buddha, die mich daran erinnern innezuhalten.“

Wie sieht deine Routine konkret aus? 

„Morgens direkt nach dem Aufwachen stelle ich mir als erstes die Frage: Wie fühlt sich mein Körper grade an? So verbinde ich mich direkt einmal mit mir selbst, denn am Morgen ist der Geist noch in der Traumwelt und so hole ich ihn zurück in meinen Körper.  Nachdem ich mir ein Getränk geholt habe setze ich mich dann an meinen Meditationsplatz und nehme mir meine Zeit für mich.“

Wie gehst du mit akute Stresssituationen oder stressigen Phasen um? 

„Wenn ich weiß, dass ein stressiger Tag bevorsteht, dann stelle ich mir schon präventiv einen Reminder in meinem Kalender, der mich zwischendurch fragt: Wie geht es dir grade? So fällt es mir leichter kurz innezuhalten und nicht durch den Tag zu hetzen. 

Ich schließe dann kurz die Augen und Frage mich: Wo stehe ich auf einer Skala von 1-10? (0 = Mir geht es schlecht, 10 = Mir geht’s wunderbar).  

Nachdem ich das festgestellt habe, frage ich mich: Was bräuchte es, um einen Punkt höher zu kommen? Und dann mache ich das bewusst. Wenn möglich natürlich. Wenn mein Geist natürlich nur an Urlaub denkt, versuche ich herauszufinden, was eine Alternative wäre, z.B. 5 Min. Frische Luft, ein leckerer Cappuccino etc. 😉 

Ich habe mir angewöhnt: Je schneller es außen wird, desto langsamer werde ICH ganz bewusst 

Wenn dann die Stimme in mir lauter wird, die mir weismachen will, dass ich noch dieses und jenes „schnell“ erledigen muss, wird es spannend. Ich mache dieser Stimme dann klar, dass ICH der Bestimmer bin, was passiert. Ich erkenne sie an, sage ihr, dass ich sie höre und sehe und mich trotzdem dafür entscheide langsam zu machen. Achtsamkeit ist jedoch ganz klar ein Prozess. Es lohnt sich aber dranzubleiben.

Was sind Frühwarnzeichen für die Notwendigkeit von Achtsamkeit? 

„Ich bin kein Mediziner, doch meiner Erfahrung nach gibt uns meist der Körper sehr deutliche Zeichen, die viele Menschen jedoch nicht als solche erkennen (wollen). Der Körper ist jedoch unfassbar schlau und sehr mit unserer Weisheit verbunden, was ein großes Geschenk ist. Klassischerweise fängt es mit leichten Verspannungen und Rückenschmerzen an. Verspannungen kommen häufig nicht nur durch das viele Sitzen, sondern sind eine Anspannung in uns. Ein Zeichen unseres Körpers, dass es eine Disharmonie gibt, zwischen dem was das Herz will und was wir uns erlauben.

Außerdem kann es sein, dass man einfach nicht mehr so gut und tief schläft oder Kopfschmerzen hat. Gefährlich wird es vor allem dann, wenn man sich schon daran gewöhnt hat, dass man ständig von Schmerzen oder Druck geplagt wird.  All das muss nicht sein, auch nicht Magen-Darm-Probleme. Oft ist es die Psyche, die dahinter steckt. Wenn wir versuchen unseren Herzenswunsch und das was wir für die Welt haben mit dem zu verbinden was wir tun, dann entsteht auch wieder mehr Harmonie in uns und mit unserem Körper.“

Lea Vogel
Lea Vogel

Lea Vogel ist Coach, Achtsamkeitstrainerin und Host des Podcasts Mindful Growing. In ihrem Tun folgt sie ihrer Leidenschaft, das Thema Achtsamkeit so vielen Menschen wie möglich zugänglich zu machen. In ihren 1:1 Coachings und bei Workshops in Unternehmen thematisiert sie das Thema Achtsamkeit und Mindful Growing. Durch ihre Erfahrungen und eigene Achtsamkeitspraxis verhilft sie somit Menschen zu einem achtsamen, glücklicherem Leben. Hier findest du mehr Infos zu Lea und ihrer Arbeit. 

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