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Strong ist das neue Skinny

Das ist der Titel von Jennifer Cohens Bestseller in den USA. Die Sportexpertin aus Los Angeles ermutigt Frauen dazu, das Beste aus ihrem Körper zu machen und keinen falschen Idealen hinterherzujagen. Im Interview erzählt die Fitnesstrainerin, wie man seine Zeit intensiv nutzt, sich besser zum Training motiviert und selbstbewusster wird.
Durchtrainierte Frau mit Hanteln in der Hand

Muskeln können sehr sexy sein (© Shutterstock)

Gymondo: Frau Cohen, Sie sind in den letzten Jahren zum Vorbild eines neuen Fitness-Trends im englischsprachigen Raum geworden, der sich „Strong is the new Skinny“ („Stark ist das neue dünn“) nennt. Was steckt hinter diesem Konzept?

Jennifer Cohen: Unsere Gesellschaft entwickelt sich zunehmend weg von „dünn und mager“ hin zu „stark und fit“. Man könnte sogar von einer „Fitness-Revolution“ sprechen. Davon handelt mein Buch „Strong is the New Skinny“. Das neue Körperideal ermutigt Frauen ihren Körper zu lieben und wertzuschätzen, so wie er ihnen von der Natur gegeben wurde. Gleichzeitig ermuntert es Frauen dazu, sich selbst stärker anzutreiben, damit sie ihr volles Potenzial ausschöpfen können. Das Ziel meines Buches ist es, Frauen zu motivieren, die beste und gesündeste Version aus sich selbst zu machen. „Strong“ ist dabei kein Etikett, das man jemandem allein wegen seiner körperlichen Erscheinung einfach so anheften kann. Stark sein heißt kraftvoll und selbstbewusst sein, körperlich wie geistig.

Gymondo: Denken Sie, dass die Zeit von „Size Zero“ und extrem dünnen, abgemagerten Frauen vorbei ist?

Jennifer Cohen: Ich würde nicht sagen, dass „Size Zero“ vorbei ist. Aber man kann zweiffellos einen Wandel beobachten in der Art und Weise, wie Frauen ihren Körper betrachten und trainieren. Es gibt hier kein „One size fits all“. Wir alle haben unterschiedliche Körpertypen. Manche Frauen sind von Natur aus schlank und sehr dünn, andere sind kräftiger gebaut. Die Mode „Size Zero“ führte dazu, dass Frauen, die nicht von Natur aus dünn wie ein Stock sind, einem unrealistischen Erscheinungsbild hinterherjagten. Was negative Auswirkungen auf die Gesundheit und das Selbstvertrauen hatte. Die Umwandlung des eigenen Körpers hin zu einem „starken Look“ hat dagegen den Effekt, dass Frauen sich schön und kraftvoll finden. Tatsächlich ist es falsch, den Prozess zu unterschätzen, den es braucht, um fit und stark zu werden. Es geht nicht um Hungern oder zu viel Rennen, sondern darum, das Richtige zu essen, hart an sich zu arbeiten und sich einen ganz neuen, gesunden Lifestyle anzugewöhnen – das ist nicht immer leicht.

Jennifer Cohen in Sportkleidung

Ehefrau, Mutter zweier Söhne, ein stressiger Alltag und trotzdem stark und sexy: Jennifer Cohen (© Adam Rindy)

Gymondo: Wie sehr hängt Selbstbewusstsein und sicheres Auftreten von einem durchtrainierten Körper und Muskeln ab?

Jennifer Cohen: Ein trainierter, starker Körper verändert auch die Art und Weise, wie man sich selbst sieht und sich in seiner Haut fühlt. Selbst mit sehr viel Krafttraining siehst Du am Ende nicht aus wie der Hulk. Aber Du wirst feststellen, dass Du in mancher Kleidung anders rüberkommst. Das Ziel ist, in den Spiegel zu schauen und Freude, Kraft, Energie im eigenen Spiegelbild zu sehen und selbstbewusst auf die Straße zu gehen.

Gymondo: Fitnessexperten wie der Amerikaner Mark Lauren bevorzugen ein Krafttraining, das nur mit dem eigenen Körpergewicht arbeitet. Sind Fitnessstudios, Hanteln und Geräte denn notwendig, um stark und fit zu werden?

Jennifer Cohen: Nein, überhaupt nicht. In meinem ersten Buch „No Gym Required – Release Your Inner Rock Star” („Kein Fitnessstudio erforderlich – Entdecke Deinen inneren Rockstar“) geht es ja auch darum, dass man weder Fitnessstudio noch Geräte braucht, um fit zu werden. Mein Ziel war, allen Ausreden, warum man keinen Sport machen kann, die Luft aus den Segeln zu nehmen. Im Buch gibt es Fitnesspläne und Übungen, die in jeden Zeitplan integriert werden können, wann und wo man will. Für den „strong look“ bedarf es keiner 60-Euro-Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio. Es kommt vor allem auf Bewegung, Ernährung und den produktiven Umgang mit der eigenen Zeit an, die man zur Verfügung hat.

Gymondo: Wie viele Stunden am Tag muss man in einen durchtrainierten Körper investieren?

Jennifer Cohen: Das ist die Eine-Million-Dollar-Frage, die ich immer wieder zu hören bekomme. Die größte Herausforderung, um fit zu werden, ist, die Zeit dafür zu finden. Wenn ich den Satz höre „Der Tag ist nicht lang genug“, dann hört sich das für mich an, als würden Nägel auf einer Tafel entlangkratzen – diese Ausrede gilt einfach nicht! Ich kenne VIPs, Manager und hart arbeitende Führungskräfte, die jeden Tag zehn bis 30 Minuten eher aufstehen, um ihr Workout noch unterzubringen. Und diese zusätzlichen Minuten sind schon viel wert. Sie werden überrascht sein, was man alles in so einer kurzen Zeit schaffen kann. Der Schlüssel liegt im HIIT („high intensity interval training“), einem kurzen, aber sehr intensiven Training, das Kalorien verbrennt, die Herzfrequenz erhöht und einem zum Schwitzen bringt.

Gymondo: Sportliche Personen werden weniger Probleme mit Ihren intensiven Trainingseinheiten haben. Aber wie sieht es mit übergewichtigen oder trägen Personen aus?

Jennifer Cohen: Es gibt keine Einschränkungen, was Körperbau oder Sporterfahrung anbelangt. Übergewichtige Leute sind meist diejenigen, die Entschuldigungen finden, warum sie nicht diese oder jene Übung machen können oder nicht viel Gewicht stemmen können. Richtig ist aber: Jeder kann trainieren. Jedoch müssen übergewichtige Personen es langsamer angehen, aber trotzdem jeden Tag etwas tun. Sie sollten Schritt für Schritt die Gewichte und Intensität erhöhen. Egal, ob jemand gerade erst anfängt oder auf meinem Level ist, es ist unglaublich wichtig darauf zu hören, was der eigene Körper sagt. Mein Ratschlag für übergewichtige Leute ist: zieht die Übungen durch, bis es richtig wehtut und ihr Angst habt euch zu verletzen. Werdet stärker als eure Ausreden!

Gymondo: Das klingt nach sehr großer Selbstdisziplin. Wie kommt man dahin? Wie startet man?

Jennifer Cohen: Es dreht sich alles um die innere Haltung. Wenn Du jemand bist, der weiß, dass er sich selbst schwer motivieren kann, dann bist Du schon einen Schritt weiter. Was dann noch fehlt, ist, etwas daran zu ändern. Du musst die Methode finden, die zu Dir passt. Das können Zettel sein, die überall kleben und Dich daran erinnern, zum Sport zu gehen. Oder suche Dir Freunde, die extrem motiviert sind, so dass Du gar nicht anders kannst, als auch zu trainieren.

Gymondo: Was ist das Geheimrezept Ihres starken, definierten Bauches?

Jennifer Cohen: (lacht) Überraschung! Es gibt kein Geheimrezept für einen schön definierten Bauch. Wenn Du viel Arbeit hineinsteckst, Deine Zeit nutzt und gesund isst, bist Du auf dem richtigen Weg. Ergebnisse kommen nicht über Nacht. Wichtig ist, weiterzumachen und das Ziel immer vor Augen zu haben.

Gymondo: Hollywoodstars wie Sarah Jessica Parker oder Madonna haben extrem durchtrainierte Körper. Ihre Arme sehen auf Bildern sehnig und fast maskulin aus. Ist das noch sexy?

Jennifer Cohen: Sexy ist, was Du daraus machst. Frauen wie Sarah Jessica Parker und Madonna sind für meine Begriffe sexy, weil sie selbstbewusst aussehen und sich in ihrer Haut gut fühlen. Sexy zu sein ist eine Haltung und kein Körpertyp.

Gymondo: Jennifer, was machen Sie in Ihrer Freizeit, wenn Sie mal nicht trainieren?

Jennifer Cohen: Ich bin verheiratet und habe zwei Söhne, der eine ist zwei Jahre alt, der andere gerade drei Monate. Sie können sich vorstellen, dass ich einiges um die Ohren habe. In meiner freien Zeit versuche ich einfach Spaß zu haben oder etwas mit der Familie zu unternehmen.

Gymondo: Wie ernähren Sie sich? Machen Sie auch mal „Cheat Days“, an denen Sie essen, was Sie wollen oder essen Sie nur „clean“, also nur gesunde, unverarbeitete Lebensmittel?

Jennifer Cohen: Ich liebe „Clean Eating“. Ich fühle mich gut damit. Aber es bedeutet keinesfalls, dass ich auf ein Stück gutes Brot mit Butter vor meinem Salat verzichte. Ich gönne mir auch mal einen Cupcake mit Zuckerguss nach meinem Hühnchen. Ich glaube nicht an das Unterdrücken der eigenen Begierden. Ich beziehe sie mit ein und esse, was und wann ich möchte. Schließlich mache ich es mit dem nächsten Workout wieder gut.

Über Jennifer Cohen

Die gebürtige Kanadierin Jennifer Cohen arbeitet nun schon seit 12 Jahren als Trainerin und Fitnessexpertin. Zu ihren Fans gehören Hollywoodstars wie Jennifer Garner, Courtney Cox und andere. Auf ihren Bestseller von 2009 „No Gym Required“ folgte 2014 ihr zweites Buch „Strong is the New Skinny“. Die 39-Jährige, die in Los Angeles wohnt, schreibt regelmäßig Kolumnen für die Business-Website Forbes.com. Sie leitet ihr eigenes Fitnessunternehmen NGR und hat 2013 im kalifornischen Santa Monica das Fitnessstudio „Momentum by Iron“ eröffnet.

buchcover-strong-is-the-new-skinnyJennifer Cohen (mit Stacey Colino):
Strong Is the New Skinny: How to Eat, Live, and Move to Maximize Your Power,
Taschenbuch (englisch), 240 Seiten,
Harmony Books, 17,71 Euro

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